Stromfluss mit 70% Regel

70%-Regel in der Schweiz:

Was Solar-Pioniere ab 2026 wissen müssen

Lange war es in der Schweiz ruhig um das Thema Einspeisebegrenzung, während Deutschland die "70%-Regelung" bereits wieder abgeschafft hat. Doch mit dem neuen Stromgesetz, das per 1. Januar 2026 vollumfänglich in Kraft getreten ist, führt die Schweiz eine ähnliche Regelung ein.

Was bedeutet das für Ihre geplante Anlage oder Ihren bestehenden Wechselrichter? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Was ist die 70%-Regelung (Peak Shaving)?

Die Regelung besagt, dass neue Photovoltaikanlagen maximal 70 % ihrer installierten Modulleistung (DC-Nennleistung) in das öffentliche Stromnetz einspeisen dürfen.

  • Beispiel: Eine Anlage mit 10 kWp installierter Leistung darf zu Spitzenzeiten nur noch maximal 7 kW ins Netz abgeben.
  • Wichtig: Dies ist keine Drosselung der Produktion an sich. Alles, was Sie gleichzeitig im Haus verbrauchen oder in eine Batterie laden, darf die 70 % überschreiten.

Warum macht der Bund das?

Das Ziel ist die Netzdienlichkeit. An extrem sonnigen Mittagen produzieren alle Anlagen gleichzeitig am Maximum. Das stresst die lokalen Verteilnetze. Durch die Kappung der Spitzen («Peak Shaving»):

  1. Müssen Netze weniger teuer ausgebaut werden.
  2. Entsteht Platz für mehr neue Solaranlagen in derselben Quartierleitung.
  3. Werden Kosten für alle Stromkonsumenten gesenkt.

Wer ist betroffen?

Die Regelung gilt schweizweit, wird aber von den Verteilnetzbetreibern (VNB) individuell umgesetzt:

  • Neuanlagen: Alle Anlagen, deren Anschlussgesuch ab dem 1. Januar 2026 eingereicht wird.
  • Bestandsanlagen: Sobald der Wechselrichter ersetzt wird, muss die neue Anlage auf 70 % begrenzt werden.
  • Ausnahmen: Oft sind Anlagen über 1200 m ü. M. (Alpin-Solar) oder Kleinstanlagen (Balkonkraftwerke unter 800 W) ausgenommen.

Verliere ich dadurch viel Geld?

Die Angst vor grossen Ertragsverlusten ist unbegründet. Studien (u.a. der BFH) zeigen:
Der Energieverlust durch die 70%-Kappung liegt bei den meisten Anlagen unter 1 % des Jahresertrags.

Das liegt daran, dass Solaranlagen in unseren Breitengraden nur an sehr wenigen Stunden im Jahr am

absoluten Limit laufen. Gesetzlich ist zudem festgelegt, dass der VNB maximal 3 % der Jahresproduktion entschädigungslos abregeln darf.

So optimieren Sie Ihre Anlage trotz 70%-Regel

Damit Sie kein Watt verschenken, gibt es drei goldene Regeln:

  1. Eigenverbrauch maximieren: Programmieren Sie Ihre Spülmaschine, Waschmaschine oder die Wärmepumpe usw. so, dass sie zur Hauptproduktionszeit laufen. Am einfachsten über einen Energiemanager der das KI-optimiert für Sie überwacht und schaltet
  2. Batteriespeicher: Ein Speicher fängt die Mittagssonne ab, die sonst "abgeregelt" würde, und hält sie für den Abend bereit. Wir haben sehr günstige, qualitativ hochwertige und modulierbare Batteriespeicher im Sortiment. In 5 kWh-Schritten frei ausbaubar bis 40 kWh/Wechselrichter. Direkter DC Anschluss verringert Verluste.
  3. Energiemanagement (HEMS): Ein intelligenter, selbstlernender Energiemanager (z.B. Ez3000 von Goodwe) sorgt dafür, dass die 70%-Grenze nur am Hausanschlusspunkt gilt – die Produktion auf dem Dach bleibt so hoch wie möglich. Er kann bis zu 12 Geräte über WLAN und Shelly-Aktoren je nach Überproduktion frei programmierbar ein- und ausschalten!

Fazit: Die 70%-Regel ist kein Stolperstein für die Energiewende, sondern ein Werkzeug, um das Netz effizienter zu machen. Wer mit Solectro plant, spürt die Einschränkung im Portemonnaie praktisch nicht.